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Die Stimme der Jesiden

Hoffnung geben

Mit ihrer Organisation Hawar.help will Düzen Tekkal die Erinnerung an den Völkermord an den Jesiden wachhalten und verfolgten, bedrohten Menschen helfen.

Düzen_Tekkal_2021.jpg

Lizenz: CC by-sa (bearbeitet)
Bild: Richard Pflaume

2015 gründete Düzen Tekkal mit ihren Geschwistern die Menschenrechtsorganisation HÁWAR.help. Hawar ist kurdisch und bedeutet „Hilferuf“. Hawar.help will Hoffnung geben und Menschlichkeit leben, heißt es auf der Homepage des Vereins.

2015 reiste die Journalistin Düzen Tekkal in den Irak, um über die Gräueltaten an der kurdischen Glaubensgemeinschaft der Jesiden zu berichten. Tekkal ist Jesidin, ihre Eltern flüchteten Ende der 60er nach Deutschland. Tekkal kehrte aus dem Irak mit dem Film “Hawar - Meine Reise in den Genozid” zurück. Der Film zeigt, wie schnell ein Völkermord, 75 Jahre nach dem Holocaust und vor der Welt-Öffentlichkeit „abgewickelt“ wird. „Es beginnt mit der Entmenschlichung von Menschen wegen ihres Glaubens, ihrer ethnischen Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung,“ schreibt Tekkal.

Der Völkermord
2014 startete der „Islamische Staat“ (IS) im Irak und in Teilen Syriens seinen Vernichtungskrieg gegen ethnisch-religiöse Minderheiten, „darunter Christinnen und Christen sowie schiitische Musliminnen und Muslime, Turkmeninnen und Turkmenen sowie Shabaks – am schlimmsten traf es jedoch die Jesiden,“ so Düzen Tekkla. Im Sommer 2014 wurden zehntausende Menschen gefoltert, vergewaltigt oder hingerichtet.

Am 3. und 15. August 2014 griff der IS 20 Dörfer und Städte im Shingal, der Heimatregion der Jesiden im Irak an. Männer und Jungen über 14, einschließlich der älteren, kranken und behinderten Menschen wurden in Massengräbern hingerichtet. Die kleineren Jungen wurden als Kindersoldaten eingesetzt. Frauen und Mädchen wurden voneinander getrennt, viele wurden vergewaltigt und in sexuelle und häusliche Sklaverei verkauft.

Über 5.000 Jesiden sind in diesem Völkermord auf grausamste Weise zu Tode gekommen – die Dunkelziffer ist noch viel höher. Eine halbe Million Menschen wurden über Nacht zu Geflüchteten, Hunderttausende flohen in die Autonome Region Kurdistan in Nordirak, wo viele bis heute in Flüchtlingslagern leben.

Die restlose Ausrottung verhinderten die kurdischen Milizen aus Rojava, die Peshmerga der autonomen Region Süd-Kurdistan im Irak flohen vor den IS-Schergen und ließen ihre Landsleute hilflos im Stich. IS-Pate und NATO-Staat Türkei „säubert“ im Geiste des Staatengründers Atatürk das eigene Land und die besetzten Gebiete von ethnischen und religiösen Minderheiten. Darauf weist die Gesellschaft für bedrohte Völker hin: „Wir müssen erschüttert feststellen, dass in den vom NATO-Mitglied Türkei besetzten Gebieten Nordsyriens keine ethnische und religiöse Vielfalt mehr herrscht. Fast alle Christen und Yeziden wurden von den Besatzern und deren islamistischen Verbündeten vertrieben. Diesem Exodus hat das überwiegend christliche Europa weitgehend tatenlos zugesehen.“

Links zum Thema:

Düzen Tekkal – von der Journalistin zur Aktivistin für die Freiheit 

"HÁWAR – Meine Reise in den Genozid" | Offizieller Trailer - YouTube

Krieg in Syrien: Verrat an den Kurden? - MONITOR - studioM - Bing video

Düzen Tekkal, Reaktion auf die Fotoausstellung “Die Frauen, die den IS besiegten” 

Startseite — HÁWAR.help (hawar.help)

HÁWAR.help | Facebook

Düzen Tekkal Bücher & Biografie | PIPER

 

 

 

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The Others

Geschichten und Erzählungen aus der anderen Welt

In der kanadischen Provinz British Columbia wird auf dem Gelände einer ehemaligen katholischen Internat-Schule ein Massengrab entdeckt. Indigene Kinder wurden dort vergraben. Im Amazonas-Regenwald in Brasilien töten Covid und Goldsucher indigene Menschen. In Rojava in Nord-Syrien wehren sich Kurden gemeinsam mit Arabern und Aramäern gegen türkische und syrische Islamisten. Die Sami in Skandinavien, politisch unkorrekt Lappen, halten stur an ihrer Rentierhaltung fest. Es gibt eine andere Welt hinter den globalen Glitzer-Fassaden, die sich gegen das Plattmachen sträubt, Menschen die darauf beharren, eine eigenständige Existenz zu haben.

Ihre Geschichten tauchen nicht oder nur selten in den großen Medien auf.  Über diese Menschen spricht niemand oder kaum jemand. In der Reihe „The Others“ kommen jene zu Wort, die nicht gehört werden, die keine Stimme haben.

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