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Die Kochbloggerin

Magdalena Felder ist Hobbyköchin, war schon bei der „Küchenschlacht“ und bei „Kerner kocht“ im ZDF dabei und betreibt seit vier Jahren einen Kochblog.

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Bild: Lukas Felder

Sie gehört weder zur Internet-, noch zur Bloggergeneration, trotzdem teilt Magdalena Felder ihre Kocherfahrung mit der virtuellen Welt. Vor vier Jahren startete die 51-Jährige mit ihrem Blog „Kochfelder". Mittlerweile wird er von einigen hundert Lesern regelmäßig verfolgt. Ein Bekannter brachte sie auf die Idee zu bloggen und gab ihr anfangs technische Unterstützung. „Ich hatte ja keine Ahnung, wie so was läuft", sagt sie. Mittlerweile kennt sie sich aus und kümmert sich alleine um den Blog. Bis auf die Fotos, die machen ihr Sohn oder manchmal ihr Mann. Das Bearbeiten bei Photoshop übernimmt sie aber wieder selber. „Wenn ich bei manchen technischen Sachen nicht genau weiß wie es funktioniert, probiere ich so lange, bis es passt", sagt die Lananerin. Diese Eigenschaft hat ihr wohl auch beim Kochen weitergeholfen, denn auch das hat sie sich selbst beigebracht. Ihre Familie darf die neuen oder selbst erfundenen Rezepte vorkosten und einige davon landen samt Rezept, Fotos und genauer, persönlicher Kochanleitung auf ihrem Blog. Ihr bisher größtes Erlebnis als Hobbyköchin war die Teilnahme bei der „Küchenschlacht" im ZDF. Felder hat die Kochsendung sogar gewonnen und durfte anschließend bei „Kerner kocht" zusammen mit den großen Fernsehköchen kochen. Sie machte Topfenknödel, das Rezept dazu gibt es übrigens auch auf ihrem Blog.

Heute fehlt oft die Zeit zum Kochen. Was geht schnell, ist unkompliziert und auch noch gesund?
Eigentlich sehr viel. Ich habe auf meinem Blog auch die Studentenküche und die schnelle Küche. Nudeln wäre natürlich so etwas, aber das kochen alle und ist schon etwas abgedroschen. Ansonsten Salate, ist gesund, wenn man saisonal einkauft nicht zu teuer und schnell gemacht. Was auch super ist, ist der Wok, damit kann man sehr schnell und vor allem gesund kochen. Knödel sind auch günstig und relativ schnell gemacht. Oder eine Frittata. Das ist Gemüse mit Ei in der Pfanne links und rechts gebraten und fertig. 

Warum blogst du?
Weil die Leute sagen, dass sie meinen Blog regelmäßig lesen und die Rezepte nachkochen und sie immer super funktionieren. Ich bekomme persönlich von unseren Leuten hier Rückmeldung, das motviert mich. Wobei ich im vergangenen Jahr mal einen Durchhänger hatte, weil oft die Zeit fehlt und es gibt nichts langweiligeres als ein Blog, der sich nicht verändert. Aber wenn ich immer wieder höre, dass mein Blog so toll ist und so nett, dann ist das schon ein Anreiz, immer wieder was reinzustellen. 

Woher wusstest du, wie man einen Blog gestaltet und was dafür nötig ist?
Der Bekannte, der die Idee hatte, ich könnte doch bloggen, hat mir sozusagen den Grundstock gegeben. Und ansonsten habe ich mich eben durchgeboxt und manchmal auch geflucht (lacht), weil ich aus einer Generation komme, die sich nicht unbedingt damit auskennt. Am Anfang habe ich mich wirklich schwer getan und bin Stunden vor dem Computer gesessen. Aber ich bin hartnäckig, auch beim Kochen, und probiere etwas so lange, bis ich es kann. Jetzt weiß ich manchmal sogar mehr als meine Kinder. 

Wie viel Zeit investierst du in deinen Blog?
Nicht mehr so viel. Am Anfang habe ich wahnsinnig viel für den Blog gemacht. Aber das ist aufwendig. Ich muss die Fotos alle bearbeiten, aussuchen, überlegen welches Rezept ich ausprobiere. Da steckt wirklich viel Arbeit dahinter. Ich versuche ein neues Rezept pro Woche reinzustellen und wirklich regelmäßig zu schreiben. Aber ich biete noch Kochkurse nebenbei an und arbeite in unserem Geschäft, da bleibt nicht mehr so viel Zeit über. An einem Beitrag sitze ich schon zwei Stunden. Und das jede Woche. Das sind acht Stunden im Monat. Das ist viel, dafür, dass ich nichts dafür bekomme. 

Woher nimmst du die Rezepte? Erfindest du auch eigene Gerichte?
Das ist ganz unterschiedlich. Den Marillenkuchen zum Beispiel, das ist so eine Art Käsekuchen mit Rosmarin, habe ich auf einem anderen Blog gefunden. Den fand ich interessant und habe ihn nachgebacken. Dann gibt es Sachen, die ich selber schon oft gekocht habe, zum Beispiel das Bauernbratele. Manchmal probiere ich auch selbst etwas aus. Einmal habe ich einfach etwas zusammengebastelt und dann ist daraus ein super Kuchen geworden, aber ich habe vergessen alles genau aufzuschreiben, das passiert mir auch. 

Dein Blog ist mit mehreren hundert regelmäßigen Lesern ja ziemlich erfolgreich. Welche Rezepte oder Beiträge kommen besonders gut an?
Ich habe einmal über Kaffee geschrieben. Darin habe ich beschrieben, wie das in Italien mit dem Kaffee funktioniert. Da habe ich viele Kommentare bekommen, wirklich viele. Oder ein anderer Beitrag, da ging es darum, welche Schäler es gibt, also wie Kartoffelschäler oder Spargelschäler. Den haben auch sehr viele kommentiert. Aber auf Kommntare lege ich nicht so viel Wert, viele verweisen dabei nur auf ihren eigenen Blog oder geben ganz simple Kommentare ab, wie einfach nur „das sieht aber lecker aus". Da antworte ich gar nicht darauf. Sonst beantworte ich aber jeden Kommentar, wenn ein bisschen mehr dabei steht. Viele Klicks haben vor allem auch die Südtiroler Spezialitäten, aber das ist natürlich hauptsächlich wegen der Deutschen. Wobei ich sagen muss, dass ich schon gern auch unsere Leute hier haben möchte.

Zum Kochfelder Blog

Judith Dietl

arbeitete eine Zeit lang im hohen Norden, jetzt BARFUSS-Redakteurin der ersten Stunde. Ist lieber barfuß unterwegs, weil lässt sich ungern einengen.
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