Anzeige

Im besten Alter

Mehr Frauen als Männer, mehr Deutsche als Italiener, mehr Ledige als Verheiratete und immer mehr Alte – das ist Südtirol.

Mehr als eine halbe Million Menschen leben in Südtirol (Stand: 31.12.2011), besagt die amtliche Bevölkerungsstatistik des Landesamtes für Statistik (ASTAT). Das sind knapp 4.000 mehr, als noch im Jahr zuvor. Seit Jahren nimmt die Einwohnerzahl Südtirols kontinuierlich zu, was insbesondere am Anstieg der ausländischen Bevölkerung liegt. Rund 45.000 ausländische Staatsbürger waren Ende 2011 in Südtirols Melderegistern eingetragen, damit hat sich die Anzahl der hier ansässigen Ausländer in 20 Jahren fast verachtfacht. Mehr als zwei Drittel davon kommen aus dem europäischen Ausland, am meisten aus Albanien (12,5 Prozent), Deutschland (10,5 Prozent) und Marokko (8,0 Prozent).

Während das Durchschnittsalter bei den Südtirolern mit ausländischem Pass bei 33,5 Jahren liegt, sind die Einheimischen mit durchschnittlich 42,2 Jahren deutlich älter. Insgesamt ist das Durchschnittsalter in Südtirol in den vergangenen zehn Jahren um knapp vier Jahre angestiegen und liegt derzeit bei rund 41 Jahren. Südtirols Bevölkerung altert und liegt damit im internationalen Trend.

Immer weiter nach hinten verlagern sich auch die wichtigen Lebensereignisse. So heiraten die Südtiroler heute rund sieben Jahre später als noch vor 20 Jahren. Die Braut ist bei ihrer ersten Hochzeit durchschnittlich 33,2 Jahre alt, der Bräutigam 36,3. Insgesamt knapp 2.000 Hochzeiten wurden im Jahr 2011 gefeiert, davon holten sich nur etwa 37 Prozent den kirchlichen Segen. Stärker traditionell verbunden sind scheinbar die Ladiner, denn in den ladinischen Tälern lassen sich noch mehr als 60 Prozent der Paare kirchlich trauen.

Immer traditioneller dagegen werden in Südtirol die Zweitehen. Bei mittlerweile 20 Prozent aller Trauungen, war mindestens ein Ehepartner vorher schon einmal verheiratet. Vor dreißig Jahren war das nur bei knapp sieben Prozent der Fall. Damit hängt auch die steigende Zahl von Trennungen und Scheidungen zusammen. Hält der Trend der vergangenen Jahre an, wird jede vierte Ehe, die heute geschlossen wird, früher oder später geschieden. Wobei die Ehen von ausländischen Staatsbürgern seltener in die Brüche gehen. Heute sind 2,4 Prozent der Südtiroler geschieden, während mehr als doppelt so viele (5,9 Prozent) verwitwet sind. In beiden Fällen sind es mehr Frauen als Männer. 

Judith Dietl

arbeitete eine Zeit lang im hohen Norden, jetzt BARFUSS-Redakteurin der ersten Stunde. Ist lieber barfuß unterwegs, weil lässt sich ungern einengen.
Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Das ist wohl inhaltlich nicht ganz korrekt oder zumindest verwirrend:
"Mehr als zwei Drittel davon kommen aus dem europäischen Ausland, am meisten aus Albanien (12,5 Prozent), Deutschland (10,5 Prozent) und Marokko (8,0 Prozent)."

Sonst sehr gut geschriebener und interessanter Artikel!

Mehr als zwei Drittel der in Südtirol ansässigen ausländischen Staatsbürger kommen aus dem europäischen Ausland. Insgesamt leben in Südtirol laut ASTAT Menschen aus 134 Nationen, die drei am stärksten vertretenen sind Albanien, Deutschland und Marokko. So müsste es verständlicher sein. Danke für den Hinweis!

Mehr Artikel

PR Tanz Bozen

Wir tanzen wieder!

Flamenco, Ballett, Modern, Hip Hop, Latin Jazz, Afro Caribbean, Bollywood, Pilates, Yoga und viele mehr: Das Südtiroler Kulturinstitut hat für die kommende Ausgabe von „Tanz Bozen – Bolzano Danza“ ein umfangreiches Tanzkursprogramm erstellt.
0    

Freiheit und Identität

Wenn wir fragen, „was ist Freiheit für dich“, „was ist Identität für dich“, bekommen wir tausend Antworten, von denen alle richtig sind, schreibt der Bildungswissenschaftler Hans Karl Peterlini in seinem Gastbeitrag.
0    

"Im Dauerkrisenmodus"

Ist die Generation Z eine entscheidungsunfähige, zukunftspessimistische und arbeitsverweigernde Generation? Jugendforscher Simon Schnetzer klärt auf.
0    
PR Raiffeisen Landesbank Südtirol

Grüne Bank wird noch grüner

Die Raiffeisen Landesbank Südtirol AG verbindet Unternehmenserfolg mit Nachhaltigkeit und hat sich in den letzten Jahren verstärkt und kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt.

Die FIFA und Katar

Der Menschenrechtler Kamal Sido besuchte das Fußball-WM-Land Katar und berichtet über einen Staat, der „Gastarbeiter“ aus dem Süden der Welt schamlos ausnützt.
1    
Anzeige
Anzeige