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Bunte Pfanne

Gesund ist nicht gleich fad. Dieses Gericht hat’s in sich und ist selbst für Kochlaien schaffbar. BARFUSS hat sich wieder an den Herd gestellt.

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Bild: Petra Schwienbacher

Mal schnell ein paar Nudeln mit Tomatensauce oder ein Ei in die Pfanne hauen, davor scheu ich mich nicht, ist ja keine Kunst. Schwieriger wird’s dann bei anspruchsvolleren Gerichten, wie Fisch auf den Punkt zu garen, Gulasch nicht zäh zu kochen oder selbstgemachte Teigtaschen (an die ich mich übrigens nicht mehr heranwage, nachdem die letzten steinhart auf dem Kompost landeten) hinzukriegen. Ich koche zwar gerne, aber bleibe dann meistens doch lieber bei der sicheren Variante, wo ich weiß, dass ich nachher was Gscheides auf dem Teller hab.

Heute teste ich meine Kochkünste aber mal wieder aus. Auf dem Speiseplan steht eine bunte Gemüse-Rindfleisch-Pfanne mit Basmatireis. Ein Gericht, das, wie sich später herausstellt, gar nicht so aufwendig ist, wie es aussieht. Ideal also auch für alle Kochmuffel da draußen. Zudem ist das Gericht durch seine Zutaten auch noch gesund. Karotte enthält nämlich viel Beta-Carotin, das im Körper zellschädigende freie Radikale abfängt, die beispielsweise in der Lunge durch Tabakrauch entstehen. Außerdem liefern Karotten viel Eisen, Kalzium und Kalium. Knollensellerie hat einen hohen Gehalt an Mineralstoffen und viel Vitamin E und Peperoni enthält extrem viel Vitamin C, wirkt verdauungsfördernd und desinfizierend. Das Fleisch bringt das nötige Eiweiß und Eisen.

Aber genug Theorie, jetzt geht’s um das Kochen. Mit der Beilage wird begonnen. Ich wasche den Basmatireis in einem feinen Sieb unter fließendem Wasser und lasse ihn gut abtropfen. Dann das Wasser in einem Topf mit Butter zum Kochen bringen, salzen und den Basmatireis einrühren. Ohne Deckel (sonst kocht er über) so lange erhitzen bis der Reis kocht und danach auf niedriger Stufe 12 Minuten mit Deckel kochen. Dann vom Herd nehmen. Er bleibt noch lange warm und körnig. Magdalenas Tipp: Der Reis kann schon viel früher gewaschen werden, da er wieder ganz abtrocknet. Auch das Wasser kann schon gemessen werden, so kann man den Reis gleich kochen und spart sich diesen Arbeitsschritt wenn es mal wieder schnell gehen muss. 

Bild: Petra Schwienbacher

Währenddessen oder nach dem Kochen vom Reis kann man Gemüse und Fleisch vorbereiten. Das sollte nämlich erst kurz vor dem Anbraten geschehen, sonst verliert das Gemüse an Nährwerte und das Fleisch läuft aus und wird trocken.
Also ran ans Messer, Sellerieknolle und Karotten schälen, Peperoni waschen, vierteln, Kerne und Stilansatz entfernen. Dann die Sellerieknolle und die Karotten würfelig, die Peperoni in kurze Streifen schneiden. Auch die Rindsschnitzel in kleine Würfel schneiden. Magdalenas Tipp: Beim Fleisch ein zartes, eher dickeres Stück wählen. Es ist dann nach dem Braten innen noch leicht rosa und viel weicher.

Am besten ist, wenn man vor dem Erhitzen der Pfanne mit allen Vorbereitungen fertig ist, denn das Braten geht dann sehr schnell. Eine normale Bratpfanne mit 28 Zentimeter Durchmesser reicht für diese Portion aus. Falls vorhanden, kann man auch einen Wok verwenden. Pfanne erhitzen und dann erst wenig Öl in der Pfanne verteilen. Das kann man ganz einfach mit einem Pinsel machen, aber Vorsicht! Nur wenn man einen Silikonpinsel hat, ein anderer würde verbrennen. Magdalenas Tipp: Kein Olivenöl verwenden, das würde bei zu hoher Hitze verbrennen.

Weiter geht’s. Sellerie- und Karottenwürfel unter ständigem Rühren in der heißen Pfanne rösten, bis sie braune Stellen bekommen und sich Röstaromen entwickeln. Bei idealer Hitze sollte das etwa 5 Minuten dauern. Dann die Peperonistreifen dazugeben und mitrösten. Die Hitze vom Herd sollte dabei so gewählt werden, dass nichts anbrennt, aber das Gemüse auch nicht zu dämpfen beginnt, weil Wasser vom Gemüse austritt. Ist dieser Schritt vollendet, schiebt man das Gemüse an den Rand, gibt nochmal wenig Öl dazu und brät die Fleischwürfel in der Mitte der Pfanne rundum an, bis das Fleisch außen gebräunt ist. Wenn man für mehrere Leute kocht, so wie ich heute, sollte man zwei Pfannen nehmen und das Fleisch in zwei Schritten anbraten, damit kein Fleischsaft austritt. (Außerdem kann man so auch Vegetarier berücksichtigen, indem man Fleisch und Gemüse erst kurz vor dem Servieren mischt.) Erst jetzt zum Schluss mit Salz und Sojasauce kräftig würzen und mit dem Basmatireis servieren. Magdalenas Tipp: Wer mag, kann noch mit einer Peperoncinosauce Schärfe ins Gericht bringen.

 

Der Geschmackstest: Die bunte Pfanne schmeckt erstaunlich würzig und ein bisschen exotisch, obwohl nur mit Salz und Sojasauce gewürzt wurde. Zu meinem Erstaunen hat dem Rezept sei Dank alles gut geklappt. Fazit: lecker, aber für mich ein bisschen zu trocken. Wenn man will, kann man das Gericht mit ein bisschen Sauce verfeinern. Dafür nimmt man das Fleisch und das Gemüse, nachdem es gewürzt ist, aus der Pfanne, gibt ein Stückchen Butter in die Pfanne, lässt diese aufschäumen, dann ein wenig Wasser dazu, kurz aufkochen, mit Sojasauce würzen und das Fleisch und das Gemüse wieder dazugeben.

Aufwand: eine Dreiviertelstunde, Vorbereitungszeit mitgerechnet

Kosten: etwa 6 Euro für zwei Personen

Rezept für zwei Personen
Für den Reis:
180 g Basmatireis
270 g Wasser
5 g Butter
Salz

Für die Gemüse-Rindfleisch-Pfanne:
180 g Sellerieknolle
160 g Karotten
230 g rote und grüne Peperoni
140 g Rindsschnitzel
Salz
Sojasauce
Öl

Petra Schwienbacher

mag große Hunde, ihre rote Rostlaube und Mamas Lasagne. Sie ist laut ihren Freunden immer lustig und labert gerne Blödsinn. Beim Schreiben kann sie aber auch ernst bleiben.
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BARFUSS kocht

Wir stellen uns hinter den Herd und testen für euch einfache Leckereien mit den besten Zutaten der Saison. Die Rezepte kommen von einer wahren Kochexpertin, Magdalena Felder aus Lana. Sie kochte bereits bei der ZDF „Küchenschlacht" und „Kerner kocht" und gibt ihr Kochwissen auf ihrem Blog Kochfelder und bei verschiedenen Kochkursen weiter. 

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