Anzeige
LPA

Neue Messstation für die Überwachung der Luftqualität in Sterzing in Betrieb

Im Dezember hat die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz in Sterzing eine neue Messstation für die Überwachung der Luftqualität eingeweiht. Gemessen werden vor allem Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozonwerte.

In der St.-Margarethen-Straße in Sterzing hat die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz im vergangenen Dezember eine neue Messstation für die Überwachung der Luftqualität eingerichtet. An derselben Stelle stand bereits vor Jahren eine Luftmessstation. Diese war jedoch 2017 außer Betrieb genommen worden, weil keine Überschreitungen der staatlichen und europäischen Grenzwerte festgestellt wurden.

"Die neue Messstation liefert uns nun ein aktuelles Bild über den Stand der Luftqualität im Wipptal und deren Entwicklung", betont Energie- und Umweltlandesrat Giuliano Vettorato, der sich auf Wunsch der Stadtgemeinde Sterzing für die Messstation eingesetzt hatte. "Die von der Station aufgezeichneten Daten werden in Echtzeit auf dem Landesumweltportal veröffentlicht. Sie ermöglichen einerseits der Landesumweltagentur die technische Beurteilung der Luftverschmutzung und dienen andererseits dazu, auf eventuelle Sorgen der Sterzinger Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Zustand der Luft eine Antwort zu geben."

Die Luftqualität wird jährlich durch die Messung einer Reihe von Schadstoffen, darunter Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon, bewertet. Stickstoffdioxid (NO2) stammt hauptsächlich aus den Emissionen des Fahrzeugverkehrs, insbesondere jenen von Dieselfahrzeugen. Feinstaub (PM10 und PM2,5) wird hauptsächlich durch Verbrennungsprozesse, insbesondere in Haushalten, verursacht. Ozon (O2) hingegen ist ein typischer sekundärer Sommerschadstoff.

"Seit Dezember letzten Jahres, als die neue Messkabine installiert wurde, werden diese Schadstoffe in Sterzing wieder gemessen", erklärt Luca Verdi, Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz in der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. Vergleicht man die Daten dieses kurzen Zeitraums von Anfang Dezember bis Mitte Jänner mit den Daten desselben Zeitraums (Dezember-Jänner) der Jahre 2014 bis 2017, so ist ein Rückgang der durchschnittlichen Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) zu erkennen. "Dieser positive Trend ist nicht nur in Sterzing, sondern auch im restlichen Südtirol zu beobachten", unterstreicht Verdi. "Um eine wissenschaftlich fundiertere Bewertung vornehmen zu können, müssen wir jedoch weitere Daten erheben."

Mit der Wiedererrichtung der Luftmessstation in der St.-Margarethen-Straße sehr zufrieden zeigt sich auch der Sterzinger Stadtrat mit Bürgermeister Peter Volgger: "Über Daten in Echtzeit zur Luftqualität in Sterzing und generell im Wipptal zu verfügen, ist eine große Chance sowohl für uns als politische Entscheidungsträger, als auch für die Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf ein nachhaltigeres Verhalten im Alltag."

Die Landesagentur für Umwelt- und Klimaschutz überwacht die Luftqualität in Südtirol unter anderem mit einem landesweiten Netz von fixen Messstationen. "Dieses Messnetz liefert für jede Stunde des Jahres Daten zur Stickstoffdioxid-, Feinstaub- und Ozonkonzentration. Sie werden sowohl in Form von Stunden- als auch von Tagesdurchschnittswerten veröffentlicht. Zur Überwachung der Luftqualität verwenden wir zertifizierte Messgeräte, die strengen Qualitätskriterien entsprechen und nach technischen Standards betrieben werden", erklärt Oswald Vigl, Techniker im Labor für Luftanalysen und Strahlenschutz. "Die Daten aller Messstationen, darunter nun auch jene von Sterzing, können in Echtzeit auf dem Umweltportal des Landes abgerufen werden."

Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Interview mit Psychologin

Der Nachbar macht's ja auch nicht

Die Umweltpsychologin Isabella Uhl geht in einem Buch der Frage nach, warum wir trotz dem Wissen über den Klimawandel nicht ins Handeln kommen und was wir dagegen tun können.
0    
 | 
Podcast

Anerkannte Existenz

Ortsnamen in Minderheitensprachen sind Zeugnisse für das Vorhandensein von Anderen, sagt der Kärntner Geograph Peter Jordan im Podcast von Wolfgang Mayr.
0    
 | 
Brief einer jungen Iranerin

„So habe ich mich befreit“

Unsere Gastautorin ist konservativ im Iran aufgewachsen. In diesem Brief erzählt sie, wie sie sich in einem Land, in dem Frauen kaum etwas dürfen, trotzdem emanzipiert hat.
0    
 | 
Interview mit Philipp Kieser

Der Techno-Landeshauptmann

Philipp Kieser kennt wie kein anderer die Südtiroler Techno-Szene. Über den fragwürdigen Umgang mit Subkultur in Südtirol und warum er von der Szene mehr Radikalität fordert.
0    
 | 
Interview mit SUSIs

Die „Goldene Flasche“

Das Frauennetzwerk SUSIs hat erstmalig die „Goldene Flasche“ für sexistische Werbung in Südtirol vergeben. Was hinter dem Preis steckt und wie auf Sexismus in der Werbung reagiert wird.
0    
Anzeige
Anzeige