Anzeige
LPA

Black Friday: Wie man sicher einfauft

Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) hat eine Reihe von Tipps zum sicheren Einkauf ohne böse Überraschungen am Black Friday vorbereitet.

Aufgrund der Preissteigerungen wird es in diesem Jahr für viele Verbraucher:innen ein anderer Black Friday werden, ist sich das EVZ sicher. Aber auch 2022 sind Werbeslogans, wie „Bestpreisgarantie“, hinter denen sich oft falsche Versprechungen und manchmal sogar Betrug und Täuschung verstecken, allgegenwärtig. Mit diesen nützlichen Tipps des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) sollte die Online-Schnäppchenjagd am Black Friday und Cyber Monday jedoch erfolgreich zu meistern sein. Nicht zu vergessen sind dabei die verbesserten Garantien, welche sich aus der neuen sogenannten Omnibus Richtlinie - der Richtlinie (EU) 2019/2161 – ergeben.

1) Kontrollieren Sie, ob der Onlineshop sicher und seriös ist:

Bevor Sie mit dem Shoppen beginnen, schauen Sie sich die Website genau an. Kontrollieren Sie dabei nicht nur die allgemeinen Geschäftsbedingungen, sondern überprüfen Sie auch die Postanschrift mit Hilfe von Online-Kartendiensten. Es ist auch ratsam, die Telefonnummer auf der Website zu kontaktieren, um ihre Existenz zu überprüfen. Es gibt auch kostenlose Websites im Internet, wie z. B. scamadviser, die Hinweise dazu geben können, ob es sich um eine vertrauenswürdige oder eine betrügerische Website handelt. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es ratsam, die Bewertungen anderer Nutzer sorgfältig zu lesen, um herauszufinden, ob sie Probleme mit dem Geschäft hatten oder mit der Leistung zufrieden waren.

2) Vergewissern Sie sich, ob es sich wirklich um ein Schnäppchen handelt:

Während der Aktionszeiträume müssten sowohl der ermäßigte Preis als auch der Preis vor der Preissenkung angegeben werden. Der Preis vor dem Rabatt muss dabei der niedrigste Preis der letzten 30 Tage sein. Dies ist eine Anforderung der europäischen "Omnibus"-Richtlinie vom 28. Mai 2022, die bereits in zahlreichen EU-Staaten umgesetzt wurde, dort anwendbar ist und demnächst auch in Italien endgültig umgesetzt wird. Wir empfehlen, die Preise der Produkte über einen Zeitraum von mehr als 30 Tagen zu beobachten. Wenn Sie feststellen, dass der Preis vor dem Rabatt nicht der niedrigste des vergangenen Monats ist, handelt es sich möglicherweise um eine unlautere Geschäftspraxis, die der Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (AGCM) gemeldet werden kann.

3) Lassen Sie sich nicht zum Kauf drängen:

"20 andere Personen sehen sich gerade diesen Artikel an" oder "nur noch drei Stück verfügbar". Wie oft haben Sie diese Art von Werbung schon gesehen, während Sie auf einem Onlineshop nach Produkten suchten Viele Websites, Apps, soziale Netzwerke und sogar Suchmaschinen nutzen solche Strategien, um Druck auf die Verbraucher:innen auszuüben. Außerdem versuchen viele Shops oft, das Kaufverhalten der Kunden mit Countdowns oder sogar mit Anzeigen wie "Nein, ich bin dumm und möchte nicht von einem 20-Prozent-Rabatt profitieren" zu beeinflussen. Fallen Sie nicht auf solche Marketingstrategien rein, und nehmen Sie sich die Zeit, um zu prüfen, ob es sich wirklich um ein gutes Angebot handelt!

4) Nutzen Sie sicherere Zahlungsmöglichkeiten:

Wenn Sie sich für eine Online-Zahlung entscheiden, müssen Sie zunächst sicherstellen, dass Sie über eine sichere und stabile Internetverbindung verfügen. Daher ist es ratsam, darauf zu achten, dass die URL der Website mit "https" gekennzeichnet ist und in der Adressleiste ein geschlossenes Vorhängeschloss-Symbol zu sehen ist. Es wird empfohlen, Ihre Bankdaten niemals auf Ihrem Mobiltelefon, Computer oder einer anderen Online-Shopping-Plattform zu speichern. Außerdem empfiehlt es sich, einen Höchstbetrag für Einmalzahlungen auf der eigenen Kreditkarte festzulegen und Banküberweisungen ganz zu vermeiden.

5) Vergessen Sie nicht die Gewährleistung:

Wenn das gekaufte Produkt defekt ist, können Sie verlangen, dass es repariert ersetzt wird, und wenn weder das eine noch das andere möglich ist, können Sie sogar eine Rückerstattung verlangen. Auf diese Weise üben Sie das Gewährleistungsrecht auf, das für alle Waren gilt, die von einem Shop mit Sitz in Italien und der gesamten Europäischen Union gekauft werden. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass diese gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren seit Anfang 2022 auch auf digitale Produkte, wie z. B. die Software einer Smartwatch, und somit auch auf digitale Dienstleistungen und Inhalte, wie z. B. Online-Videospiele, ausgedehnt wurde. Außerdem sollten Sie wissen, dass Sie bei Online-Käufen eine Frist von 14 Tagen haben, um Ihre Meinung zu ändern und das Produkt zurückzugeben und somit vom Kauf zurückzutreten.

Das Vorhandensein auf der Webseite von Informationen über die Verbraucherrechte, sowie über die Identität und die geografische Anschrift des Shops und über die Eigenschaften und der Endpreise der Produkte sind weitere Indizien, aus denen man auf die Zuverlässigkeit eines Verkäufers schließen kann. Zu diesen Parametern kommen noch die Garantien hinzu, die sich aus der neuen "Omnibus"-Richtlinie ergeben werden (deren endgültige Umsetzung in Italien mit den Durchführungsdekreten, die in Kürze erlassen werden sollen, noch aussteht), dank derer sowohl die kommerziellen Betreiber:innen als auch die digitalen Plattformen mit größerer Informationstransparenz gegenüber den Verbraucher:innen handeln müssen und bestimmten Verpflichtungen unterliegen, wie zum Beispiel, wie bereits erwähnt, die Angabe des Preises vor dem Rabatt, die Information über die wichtigsten Parameter, die für die Einstufung der angebotenen Produkte ausschlaggebend sind, die Einführung von Maßnahmen, die sicherstellen, dass die Bewertungen auch von Verbraucher:innen stammen, die das Produkt tatsächlich gekauft oder verwendet haben. Die Beauftragung von einer oder mehrerer Personen, falsche Bewertungen oder Beurteilungen zu erstellen, um für Produkte zu werben, wird als unlautere Geschäftspraxis eingestuft. Zudem Pflicht wird die Erweiterung der vorvertraglichen Informationen, die Verbraucher:innen vor dem Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung zur Verfügung gestellt werden müssen.

Anzeige
Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Reportage

Ein Lernlabor für Europa?

Eine Studienreise führt unsere Autorin nach Srebrenica, wo Serben und Bosniaken zusammenlebten, bis 1995 ein Genozid stattfand. Könnte das auch in Südtirol passieren?
0    
 | 
Podcast mit Alexandra Hawlin

„Freundlich aber hasserfüllt“

Alexandra Hawlin ist Korrespondentin für den ZDF in Washington. Sorgen und Ängste treiben die US-Gesellschaft auseinander, erzählt die Südtirolerin im ersten Teil dieser Podcast-Reihe.
1    

All Along

Alternative Rock mit Metal-Einflüssen: Last Chance mit ihrer Leadsängerin Lea Pellegrin und ihrer neuen Single "All Along".
 | 
Podcast zu Sinti und Roma

„Bitter arm und rechtlos“

Die Grundrechte-Agentur der EU schlägt Alarm: Sinti und Roma leiden unter Armut und Ausgrenzung. Der Verband der deutschen Sinti warnt vor dem neuen, alten Antiziganismus in Europa.
0    
 | 
Reportage zu den Protesten im Iran

Die große Kluft

In Iran kämpft eine alte, fundamentalistische Herrscherklasse gegen eine junge, progressive Bevölkerung. Unser Autor war in Teheran und Isfahan.
0    
Anzeige
Anzeige