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Fast 7.000 Sommerpraktikant*innen

6903 Jugendliche haben im Sommer 2022 ein Sommerpraktikum in über 4000 Südtiroler Betrieben absolviert.

 

Diese Zahl entspricht um über 300 Praktikantinnen und Praktikanten mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019. Werden noch andere Beschäftigungsmöglichkeiten wie Sommerjobs und Lehrverträge berücksichtigt, waren über 47 Prozent aller Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren beschäftigt. Diese Zahlen präsentiert die Arbeitsmarktbeobachtung des Arbeitsmarktservice Südtirol in ihrer neuesten Arbeitsmarkt-News.

"In zwei Branchen ist die Anzahl von Praktikantinnen und Praktikanten besonders gestiegen: im Gastgewerbe und im Handel. Bemerkenswert ist, dass vor allem die größeren Betriebe Praktikumsmöglichkeiten geboten haben", erläutert Stefan Luther, Direktor des Arbeitsmarktservice Südtirol. Moderat sei der Rückgang im Handwerk und in der Industrie, stärker in der Landwirtschaft, in der öffentlichen Verwaltung und den anderen Dienstleistungen.

Mit fast 5000 Personen bilden die Oberschüler und Oberschülerinnen (73%) die größte Gruppe von Praktikanten, gefolgt von den Berufsschülern (18%) und den Studierenden an Universitäten und Hochschulen (10%). Die beiden letzteren Gruppen verzeichnen Rückgänge im Vergleich zu 2019.

Starke Entwicklung in den ländlichen Gebieten, Nachholbedarf in den Städten

Die Analyse der Arbeitsmarktbeobachtung zeigt einen stabilen Trend: Anteil und Anzahl der im Sommer beschäftigten Jugendlichen nehmen zu. In den Sommermonaten 2022 machte fast die Hälfte aller Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren eine Arbeitserfahrung, 20 Prozent in Form von Sommerpraktika. Abteilungsdirektor Luther ordnet die Zahlen ein: "Wir stellen in den meisten ländlichen Ortschaften Spitzenwerte von 60 bis 80 Prozent fest, so im unteren Pustertal. In den Städten hingegen kommt oft auch nur einer oder eine von vier Jugendlichen zu einer Arbeitserfahrung. Dies kann auf ein Informationsdefizit und wohl auch fehlende Kontaktdichte zwischen Unternehmen und Jugendlichen hindeuten. Gerade angesichts des Arbeits- und Fachkräftemangels besteht hier ein arbeitsmarktpolitischer Handlungsbedarf."

Um die Erfahrungen der Praktikantinnen und Praktikanten sowie anderer Gruppen von arbeitenden Jugendlichen zu erheben, führt das Amt für Arbeitsmarktbeobachtung in den nächsten Wochen eine Befragung durch, um in der Folge Jugendliche und Betriebe besser beraten zu können. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2023 vorliegen.

Die Vorteile von Praktika für junge Menschen lägen auf der Hand, sagt Landesrat Philipp Achammer, der sich über die hohe Anzahl an Praktikumsstellen und im Sommer tätigen Jugendlichen freut: "Praktika geben jungen Menschen Orientierung. Sie ermöglichen ihnen einerseits über einen oder mehrere Berufe Erfahrungen zu sammeln. Solche Erfahrungen sind wiederum hilfreich während der Entscheidungsfindung für den passenden Beruf. Andererseits können Praktika bei künftigen Bewerbungen oder beim Einstieg in die Arbeitswelt hilfreich sein."

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