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Eine Wirtschaft ohne Müll

Im Juli hat sich Südtirols Netzwerk für Nachhaltigkeit dem Thema Müll gewidmet. Neben zahlreichen Posts auf Social Media zur Müllvermeidung aus der Sicht der Haushalte hat die Kerngruppe des Netzwerks mit der Handelskammer und IDM Südtirol Kontakt aufgenommen, um die Wirtschaft mit ins Boot zu holen.

Die „Zukunftswerkstatt Kreislaufwirtschaft“ des WIFI und das von IDM Südtirol initiierte Netzwerk „Regenerative Leaders“ der nachhaltigen Unternehmen im Bereich Food&Wellness stärken die Hoffnung auf ein anderes Wirtschaften in Südtirol. „Viele in unserem Kreis von 130 Vereinen und Partner:innen auf future.bz.it haben zur Wirtschaft eine Hassliebe“, erklärt Judith Hafner als Koordinatorin von Südtirols Netzwerk für Nachhaltigkeit, „Einerseits würden wir umweltschädliches, transportintensives Wirtschaften als Treiber des Klimawandels am liebsten radikal verbieten und die Unternehmen zur Verantwortung ziehen, gleichzeitig brauchen wir sie, um in ein umweltbewusstes Wirtschaften zu finden bevor es zu spät ist.“ Lebensmittelverschwendung, Müllvermeidung und geschlossene Kreisläufe sind drei wichtige Hebel für ein zukunftsfähiges Wirtschaften. Ein Dutzend Unternehmer:innen haben sich am 20. Juli in der Naturbackstube Profanter dazu ausgetauscht.

„Die Unternehmer:innen selbst haben diese Themen gewählt“, betont Manuela Irsara, die als Leiterin von Food&Wellness Innovation bei IDM Südtirol das Netzwerk der „Regenerative Leaders“ betreut. Der ehrliche und persönliche Austausch von Erfahrungen, Lernschritten und Kontakten zwischen innovativen Wirtschaftstreibenden beschleunigt ein Umdenken und inspiriert zu konkreten Schritten - so das Credo des Netzwerks. Wer im eigenen Unternehmen schon ökologisch wirtschaftet und von anderen Unternehmen lernen möchte, kann sich bei arianna.piazzi@idm-suedtirol.com diesem Unternehmer-Netzwerk anschließen. „Bei der Führung durch die Naturbackstube Profanter habe ich gestaunt über die ehrliche Bereitschaft zum Umdenken und die gegenseitige Unterstützung der anwesenden Unternehmer:innen aus der Lebensmittelbranche und der Hotellerie“, gibt Judith Hafner zu. „Auch habe ich verstanden wie komplex es ist, ein Unternehmen nachhaltig zu führen und wie viel der Kunde mitgestalten kann.“

“Oft sind es leider die Kunden, die für Hochzeiten und Feste auf Wegwerf-Deko nicht verzichten wollen”, erklärt beispielsweise Peter Sölva von dem Cateringunternehmen Condito. Auch im Umgang der Gäste mit Trinkwasser sei noch viel Aufklärung nötig, berichten die Hoteliere vom Steineggerhof, Hotel Tyrol und Bad Schörgau. Oft würden die Gäste nicht einmal wissen, was für gutes Wasser wir hier hätten, so die Hoteliers weiter. Um kurze Kreisläufe bemühen sich die Hotels ebenso wie Profanter, Pur Südtirol und Condito durch einen ehrlichen Kontakt zu den Lieferanten.

Auch neue Ideen brauchen ehrliche Rückmeldung, Leidenschaft und Zeit, weiß Peter Sölva, der die Pandemie nutzte um nachhaltige Produkte zu entwickeln. Die Konsument:innen können mitgestalten, ob gute Produkte in größeren Mengen in Umlauf kommen. „Wenn wir als neue Gewohnheit wertvolle Produkte konsequent nicht nur für uns selbst, sondern für uns und unseren Freundeskreis einkaufen, gestalten wir Wirtschaft um“, ist Hafner überzeugt. Wann immer sie vom Bauern ihr Gemüse abholt, beliefert sie Freundinnen mit. Das ist ein kleiner Schritt in eine andere Art des Wirtschaftens, der jedem zugänglich ist

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