Anzeige
LPA

Was mit unseren Steuern passiert

Der Verbraucherverein Robin erklärt in einem Beitrag, was der Staat mit unseren Steuern finanziert und vergleicht diese Werte mit jenen in Österreich.

Steuern dienen der Finanzierung des Gemeinwesens insgesamt, nicht aber einem bestimmten Zweck. Das unterscheidet sie von Gebühren, die beispielsweise für die Müllabfuhr erhoben werden, so Robin am Beginn der Stellungnahme.

Vor wenigen Tagen wurden von der Agentur der Einnahmen die Daten für 2021 veröffentlicht. 25,5% der von den Steuerzahlern gezahlten Einkommenssteuer IRPEF gehen in die Finanzierung der sozialen Sicherheit und Renten, 18,4% in das Gesundheitswesen. Für die Bildung schlagen 10% zu Buche. Gegenüber 2020 wurden für die soziale Sicherheit und Renten 4,4% mehr ausgegeben, für Gesundheit und Bildung je 1,2% weniger. Die BürgerInnen können online  (z.B. mittels SPID) bei der Agentur der Einnahmen auf die sogenannte „vorausgefüllte Steuererklärung“ oder die „Steuerschublade“ (Cassetto fiscale) zugreifen und erfahren wie die im letzten Jahr gezahlten Steuern verwendet wurden. Auf diese Weise ist es möglich, auf den Euro genau, zu überprüfen, wie jede/r zu den Ausgaben des Staates beigetragen hat.

„Für die Akzeptanz der Steuern ist Transparenz sehr wichtig und damit auch wohin das Steuergeld fließt. Schließlich vertrauen wir alle tagtäglich auf unsere gewohnte Infrastruktur, beispielsweise Schulen, Straßen oder Krankenhäuser. Wir alle finanzieren diese Infrastruktur mit unserem Steuergeld. Die Steuerhinterzieher und jene, die nicht nach Leistungsfähigkeit ihren Steuerbeitrag leisten, sollten sich eigentlich bei jeder Nutzung bei den Steuerzahlern bedanken“, meint der Geschäftsführer des Verbraucherschutzvereins Robin, Walther Andreaus.

Vergleich zu Österreich

Die öffentlichen Bildungs-, Gesundheits- und Sozialausgaben machen in Österreich zusammengenommen 66,2% der gesamten Staatsausgaben aus, was sich im Vergleich mit den anderen EU-Ländern, auch Italien (53,9%), als typisch für einen entwickelten Sozialstaat erweist.

Studien zeigen, dass eine höhere Staatsausgabenquote mit geringeren Konsumausgaben in Relation zu den Gesamtausgaben im Zusammenhang steht: Je höher die staatliche Ausgabenquote im jeweiligen EU-Land ist, desto geringer fällt der Anteil der privaten Konsumausgaben an den gesamten Ausgaben aus (und umgekehrt). Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass staatliche Ausgaben eine Entlastung für private Haushalte darstellen können. Aus verteilungspolitischer Sicht profitieren Haushalte bis in den mittleren Bereich der Einkommensverteilung hinein überproportional von der relativ hohen Staatsausgabenquote in entwickelten Sozialstaaten.

Zusätzlich sind auch die Zinsen für Staatsschulden in Italien ein schwerer Rucksack für die Steuerzahler (8,1% gegenüber 2,3% in Österreich).

 

 

Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Interview mit Maxi Obexer

“Die Leichen im Keller”

Wie prägen unsichtbare Wunden und Verletzungen die Gesellschaft? Maxi Obexer über das Thema der diesjährigen Ausgabe der Summer School Südtirol: “Trauma & Drama: Wenn die Wunden weitergehen”.
0    
 | 
Podcast über den New Green Deal

„Wir sollten mutiger sein“

Mit dem New Green Deal soll der ökologische Umbau des Wirtschaftssystems geschafft werden. Forscherin Lucie Kirstein über ihre Kritik an dieser Strategie der EU-Kommission.
0    
 | 
Die Vielfalt am Kasserolhof in Villnöss

Eine Familie und ihre Weidegänse

Marlene und Lorenz Psenner sind nicht die klassischen Bauern. Sie gehen mit ihren Weidegänsen neue Wege und sind seit 2022 Teil der Slow Food Bewegung.
0    
 | 
Kommentar über Giorgia Meloni

„Geht doch nach Österreich“

"Giorgia Meloni empfiehlt „austriacanti“ die Auswanderung", schreibt Wolfgang Mayr in seinem Kommentar über die Politikerin, die sich anschickt, die erste Ministerpräsidentin Italiens zu werden.
1    
 | 
Einrad-WM in Grenoble

„Wir sind sehr zielstrebig“

Sie gewannen Muni-Rennen und Medaillen bei Bahnbewerben: Südtirols Einradsportler:innen waren bei der WM im französischen Grenoble sehr erfolgreich. Anna-Maria Perkmann und Leonie Mengon über ihre Erfolge und das Besondere am Einradsport.
0    
Anzeige
Anzeige