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Stecker-Solaranlage fürs Stromsparen

Der Verbraucher*innenschutzverein Robin macht auf Stecker-Solaranlagen aufmerksam, die mittlerweile unkompliziert und im Durchschnitt 10% des Strombedarfs eines Jahres abdecken.

Über 40 Cent pro kWh beläuft sich der derzeitige Strompreis. Wer nicht eine eigene Photovoltaikanlage hat, deren Installation und Wartung von einem Fachbetrieb durchgeführt werden muss, kann mittlerweile unkompliziert und im Durchschnitt 10% des Strombedarfs eines Jahres mit einer Stecker-Solaranlage abdecken, macht der Verbraucherschutzverein aufmerksam. Diese sind auch für die Eigeninstallation gedacht und daher, wenn auch kleiner, doch sehr flexibel. Mit einem Plug&Play-Gerät von bis zu 350 Watt sollten Sie möglichst viel Solarstrom selbst nutzen und eine Netzeinspeisung vermeiden, die ja nicht entgolten wird. Wer einen neuen elektronischen Stromzähler (Smart-Meter) hat, der/die hat kein Problem. Wer nicht sollte mit dem Stromverteiler reden.

Vorteile für Brieftasche und Umwelt

In einem Jahr kann man bei einer durchschnittlichen Sonneneinstrahlung mit einer Produktion von 300 kWh rechnen, die sich in einer niedrigeren Stromrechnung niederschlagen, wenn man möglichst die gesamte Produktion davon selbst verbraucht hat. Die Mini-Solarsysteme produzieren in der Regel genug Strom, um an sonnigen Tagen einen wesentlichen Teil der Grundlast zu decken. Bei einem derzeitigen Strompreis von 41,34 Cent/kWh im geschützten Strommarkt (in dem sich die meisten Stromabnehmer befinden) sind das, optimalerweise in Summe über 124 Euro pro Jahr. Die Kosten eines Steckersolargeräts belaufen sich ab 325 Euro aufwärts (z.B. enelxstore.com mit Skonto auf der Rechnung 50%, eet-solare.it, microfotovoltaico.it, beemenergy.it, ipersolar.com, mrwatt.eu). Damit beträgt die Ammortisierungszeit weniger als 3 Jahre, wobei die Geräte auch 20 Jahre halten können. Also eine gute Investition, die sich fast alle, die einen guten Standort haben, leisten können.

Der eingesparte Strom muss nicht aus dem Stromnetz mit dem Strommix bezogen werden, der über der Hälfte aus fossiler Energieverstromung besteht. Fossile Energie wird damit mit erneuerbarer ersetzt. Hier können die Haushalte Schritte in die energetische Unabhängigkeit und den Einstieg in die Energiewende konkret erleben und ausprobieren.

Steuervorteile

Dank des im Haushaltsgesetz vorgesehenen „Bonus Casa“ können Privatkunden 50 % der Ausgaben für die Gebäudesanierung und 65 % bzw. 50 % der Ausgaben für die energetische Sanierung absetzen. Auf diese Weise ist es möglich, von der Einkommensteuer über 10 Jahre hinweg die entstandenen Kosten in gleichen Raten zurückzufordern. Alternativ können Sie auch den Rabatt auf der Rechnung oder die Abtretung des Steuerguthabens in Anspruch nehmen (z.B. an Dritte wie eine Bank), wodurch Sie sofort von der Steuervergünstigung profitieren können. Als nachgezogenes System kommen Steckersolargeräte auch für den Anreiz des 110%igen Superbonus in Frage.

Die Anschlussregeln

Bereits im August 2020 hat die Regulierungsbehörde für Energie, Netze und Umwelt (ARERA) mit dem Beschluss 315/2020/R/eel den „Testo Integrato Connessioni Attive (TICA)“ geändert und neue, vereinfachte Anschlussverfahren für Stromerzeugungsanlagen von weniger als 800 Watt eingeführt. Zu den neuen Technologien gehören auch die so genannten "Plug & Play"-Systeme, d. h. Systeme mit einer Nennwirkleistung von höchstens 350 W, die nicht installiert werden müssen und von den Verbrauchern direkt an eine entsprechende Steckdose angeschlossen werden können.

Tipp und Einschätzung

Wenn Sie möglichst viel Solarstrom selbst nutzen und eine Netzeinspeisung vermeiden möchten, ist ein Standard-Solarmodul mit 300-350 Watt angesagt. Prinzipiell könnten auch Stecker-PV-Systeme mit höherer Leistung aufgebaut werden. Der bei einer Photovoltaikanlage höhere Installationsaufwand lohnt sich finanziell aber meist erst bei deutlich größeren Anlagenleistungen von mehr als 3 Kilowatt.

Der Geschäftsführer des Verbraucherschutzvereins Robin, Walther Andreaus, betont: „Leider ist die Landesstromgesellschaft Alperia beim Thema Steckersolargeräte abwesend. Sie sollte die Südtiroler StromabnehmerInnen informieren, tut es aber nicht! Dabei können sich die Stromkunden, mit so einem Gerät den im letzten Moment von der Landesregierung zurückgezogenen Südtiroler Strombonus doch noch zukommen lassen. Damit wird vielleicht verständlich, warum die Informationen so spärlich fließen.

Bauingenieur Roman Bodner sieht Steckersolargeräte als sinnvolle Anschaffung für jene, die sich keine Photovoltaikanlage leisten können. Er unterstreicht: „Durch eine dauerhafte, auch nur teilweise Verschattung oder Verschmutzung der Module kann es zu Ertragsminderungen kommen, die sich deutlich stärker auswirken als bei einer Photovoltaikanlage. Daher sollten Sie Ihr Modul regelmäßig überprüfen und von Schmutz befreien.“

Weitere Infos: robinreport.it

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