Anzeige
LPA

lvh: "Preisrevisionen von mehreren öffentlichen Körperschaften abgelehnt"

​Das Gesetzesdekret Nr. 4 vom 27. Jänner 2022 schreibt öffentlichen Körperschaften die Anwendung einer Preisrevision vor, wenn Preisschwankungen von über fünf Prozent vorliegen im Vergleich zu dem Preis zum Zeitpunkt der Angebotseinreichung. Laut lvh berichtet Bauunternehmen allerdings, dass diese Bestimmung nur auf dem Papier bestehe und in der Praxis nicht angewandt werde.

Die Verknappung und Verteuerung vieler Rohstoffe, Produkte und der Energie bringt viele Unternehmen nach wie vor in schwierige Situationen. Kalkulationen entsprechen nicht mehr dem ursprünglichen Preis, sodass Angebote nicht mehr kostendeckend geschweige denn gewinnbringend sind. Als Unterstützungsmaßnahme für die Unternehmen u.a. in Zusammenhang mit Corona, hat die italienische Regierung zu Beginn des Jahres ein Dekret erlassen. Dieses sieht eine sogenannte Preisrevisionsklausel vor, welche auf alle Ausschreibungen angewendet werden muss, die nach dem 27. Januar 2022 veröffentlicht wurden. Eine Preisrevision findet dann statt, wenn die Preisschwankungen der einzelnen Baumaterialen höher als fünf Prozent in Vergleich zu dem Preis zum Zeitpunkt der Einreichung des Angebots sind. Die Bestimmung gilt bis zum 31. Dezember 2023.

Für viele Betriebe im Bauhaupt- und Baunebengewerbe bedeutete dieses Zeichen ein Aufatmen. Dieser zusätzliche Sauerstoff hielt aber nicht lange an bzw. wird nicht überall zur Verfügung gestellt. „Leider erhalten wir immer mehr Rückmeldungen von Seiten unserer Mitglieder, dass mehrere öffentliche Körperschaften die Anträge für Preisrevisionen ablehnen“, erläutert lvh-Direktor Thomas Pardeller. Der lvh hat sich seit Beginn der Preisanstiege im Bereich Energie, Treibstoffe und Rohmaterial für die Berücksichtigung dieser Faktoren bei der öffentlichen Auftragsvergabe eingesetzt. „Die gesetzliche Grundlage hierfür wurde auf nationaler Ebene geschaffen, auch das Land Südtirol hat sich für die Maßnahme ausgesprochen. Insofern erhoffen wir uns, dass die Unternehmen die Chance der Preisrevisionen auch wahrnehmen können und die öffentlichen Körperschaften sich an die Bestimmung halten“, unterstreicht Pardeller.

 

Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Interview mit Maxi Obexer

“Die Leichen im Keller”

Wie prägen unsichtbare Wunden und Verletzungen die Gesellschaft? Maxi Obexer über das Thema der diesjährigen Ausgabe der Summer School Südtirol: “Trauma & Drama: Wenn die Wunden weitergehen”.
0    
 | 
Podcast über den New Green Deal

„Wir sollten mutiger sein“

Mit dem New Green Deal soll der ökologische Umbau des Wirtschaftssystems geschafft werden. Forscherin Lucie Kirstein über ihre Kritik an dieser Strategie der EU-Kommission.
0    
 | 
Die Vielfalt am Kasserolhof in Villnöss

Eine Familie und ihre Weidegänse

Marlene und Lorenz Psenner sind nicht die klassischen Bauern. Sie gehen mit ihren Weidegänsen neue Wege und sind seit 2022 Teil der Slow Food Bewegung.
0    
 | 
Kommentar über Giorgia Meloni

„Geht doch nach Österreich“

"Giorgia Meloni empfiehlt „austriacanti“ die Auswanderung", schreibt Wolfgang Mayr in seinem Kommentar über die Politikerin, die sich anschickt, die erste Ministerpräsidentin Italiens zu werden.
1    
 | 
Einrad-WM in Grenoble

„Wir sind sehr zielstrebig“

Sie gewannen Muni-Rennen und Medaillen bei Bahnbewerben: Südtirols Einradsportler:innen waren bei der WM im französischen Grenoble sehr erfolgreich. Anna-Maria Perkmann und Leonie Mengon über ihre Erfolge und das Besondere am Einradsport.
0    
Anzeige
Anzeige