Anzeige
LPA

Gustav Mahler Musikwochen ab 9. Juli

Die Gustav Mahler Musikwochen Toblach finden vom 9. bis 22. Juli statt und werfen in diesem Jahr einen Blick auf Mahlers Frühwerk, sein Umfeld und seinen Einfluss auf nachfolgende Generationen.

Zum Eröffnungskonzert des Festivals am 9. Juli präsentieren die Jenaer Philharmonie unter dem renommierten Dirigenten Simon Gaudenz Mahlers Fünfte Symphonie mit dem berühmten Adagietto. Den Auftakt des Programms bildet Andrea Lorenzo Scartazzinis Komposition "Einklang" (2022, italienische Erstaufführung), die sich auf diese Symphonie bezieht.

Mahlers Erste Symphonie wird dieses Jahr weltweit einmalig in zwei Entwicklungsstadien gegenübergestellt: Am 10. Juli erklingt die bekannte letzte Version zum 30-jährigen Jubiläum des Tiroler Musikschulwerkes im Rahmen eines unvergleichlichen Kooperationsprojekts der Stiftung Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach Dolomiten mit dem Tiroler Landeskonservatorium, der Universität Mozarteum Salzburg/Außenstelle Innsbruck und den Tiroler Musikschulen unter Leitung des jungen italienischen Dirigenten Vito Cristofaro. Am 14.7. präsentiert dann das Mahler Orchestra Toblach unter der Leitung von Sybille Werner eine Rekonstruktion der ersten Version, die Mahler am 20. November 1889 in Budapest als fünfsätzige "Symphonische Dichtung in zwei Teilen" uraufgeführt hat und danach gründlich überarbeitete und wesentliche Teile des Finales neu komponierte. Weltweit ist dies erst die dritte Aufführung dieser "Urversion".

Die Einflüsse rund um Mahler werden mit „Mahler reloaded“ am 11.7. angedeutet. Agnes Palmisano hat mit dem Klarinettisten Maciej Golebiowski und Alexander Shevchenko am Bajan ein Programm erarbeitet, in dem Jüdisches wie selbstverständlich neben alpenländischen Jodlern, Wiener Dudlern, Liedern von Gustav Mahler und jazzigen Klängen steht. Nach der Vorführung des Dokumentarfilms „40 Jahre Gustav Mahler Musikwochen“ am 12.7. wird Mahlers böhmisches Umfeld am 13.7. auch vom Kammerensemble des Orchestra for the Earth (John Warner, Dirigent) beleuchtet. Neben einem instrumentalen Arrangement von Dvoráks "Waldtaube" singt Mezzosopran Gabriella Noble Lieder von Dvorák, Berio, Alma und Gustav Mahler. Am 15.7. sind die 4 koreanischen Musikerinnen an der Reihe, die 2016 an der Hochschule für Musik in Köln das Esmé Quartett ins Leben gerufen haben. Esmé ist einem altfranzösischen Wort entlehnt, das "geliebt werden" bedeutet. Es erklingen Werke von Mozart, Schubert – beide von Mahler sehr geschätzt – und seines Zeitgenossen Korngold. Lieder von Gustav Mahler in einer Bearbeitung für 16 Stimmen von Clytus Gottwald, und Carl Christian Faschs Messe zu 16 Stimmen präsentiert am 16.7. der renommierte Kammerchors Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius.

Gleichzeitig findet am 15. und 16.7. tagsüber die Internationale Konferenz „Die kompositorische Rezeption Gustav Mahlers“ statt, die von der Forschungsstelle Gustav Mahler in Zusammenarbeit mit der “Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach Dolomiten” unter der Leitung von Prof. Federico Celestini, Milijana Pavlović, Thomas Peattie und Lóránt Péteri organisiert wurde. 14 renommierte MusikwissenschaftlerInnen aus Italien, Österreich, Deutschland, Ungarn, Großbritannien und den USA referieren in englischer Sprache über Mahlers Einfluss auf die nachfolgenden Generationen von Komponierenden. Umrahmt wird die Tagung mit dem Konzert des El Cimarrón Ensembles (Clemens Heil, Dirigent) am 17.7. Auf dem Programm stehen von Mahler inspirierte Werke der jüngsten Generation Komponierender (Michele Cagol, Fabian Dudek, Sára Iván, Eva Kuhn, Paolo Notargiacomo, Hristina Šušak) und Kompositionen von Gustav Mahler in der Bearbeitung von Stefan Hakenberg. Den krönenden Abschluss des heurigen Festivals, für das Josef Lanz verantwortlich zeichnet, bildet am 22.7. das Budafok Dohnányi Orchestra unter der Leitung von Roberto Paternostro (Solisten: Atala Schöck, Alt; Erin Caves, Tenor). Neben Haydns Symphonie Nr. 99 in Es-Dur Hob I:99 erklingt am Ort seiner Entstehung Das Lied von der Erde, das Gustav Mahler 1908 während seines Sommeraufenthaltes in Toblach komponiert hat.

Im Rahmen der gemeinsamen Initiative „Grand Hotel Kultursommer 2022“ ist im Foyer des Kulturzentrums die Ausstellung von Siegfried Antonello Schwendtner „Projekt Mahler – Eine reflexible Bildgestaltung“ eingerichtet.

Auch der diesjährigen Ausgabe der Gustav Mahler Musikwochen hat Staatspräsident Sergio Mattarella seine Schirmherrschaft (das Alto Patronato) bestätigt. Für die Organisatoren ist dies eine große Ehre und Verpflichtung. Dabei ist sich das Gustav-Mahler-Komitee, welches seit 42 Jahren diese international geschätzte Veranstaltung durchführt, bewusst, dass diese Anerkennung auch eine Verpflichtung ist, Einsatz und Begeisterung nicht schwinden zu lassen.

Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

Bi ist nicht gleich Bi

Unser Autor fühlt sich nicht ständig zu Frauen und Männern gleichermaßen hingezogen. Deshalb fragt er sich: Was ist denn alles Bisexualität?
0    
Kommentar zum Brief von Giorgia Meloni

Melonis Tagblatt

„Dolomiten“ und „Stol.it“ veröffentlichten diese Woche einen Brief von Giorgia Meloni. Für unseren Autor Wolfgang Mayr machen sie sich damit zum Sprachrohr der postfaschistischen Partei Fratelli d’Italia.
0    
 | 
Interview mit Simon Constantini

„Sprache soll zentralisiert und politisiert werden"

Giorgia Meloni will die italienische Sprache aufwerten - aber auf Kosten von Minderheitensprachen, so das Fazit von Simon Constantini. Der Blogger hat sich angesehen, was die Chefin von Fratelli d'Italia vorhat.
0    
 | 
Kommentar

Kreml-Gelder für die Lega?

Putin-Russland soll auch der Lega Geld zugesteckt haben. Ist das üble Nachrede oder ein realer Polit-Thriller? Unser Autor Wolfgang Mayr sucht in diesem Kommentar nach Antworten.
0    

Worte tauschen

Der dritte Beitrag aus der Reihe Poetik der Auseinandersetzung stammt von Greta Maria Pichler und ihrer Kollegin Anna.
0    
Anzeige
Anzeige