Anzeige
LPA

Was steckt hinter dem Bircher Müsli?

In der wöchentlichen Reihe "Essen, Trinken und Genuss – hätten Sie's gewusst?" erklärt die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), was hinter dem Bircher Müsli steckt.

Das Bircher Müsli wurde um 1900 vom Schweizer Arzt Maximilian Oskar Bircher-Benner entwickelt und ist der Klassiker unter den Müslimischungen. Im Originalrezept wird es aus Haferflocken zubereitet, erklärt die VZS. Diese werden zwölf Stunden lang in der dreifachen Menge an Wasser eingeweicht und anschließend mit Zitronensaft, gezuckerter Kondensmilch, reichlich frisch geriebenen Äpfeln und geriebenen Haselnüssen oder Mandeln vermengt.

Obwohl nach ihm benannt, war das Bircher Müsli nicht allein Bircher-Benners Erfindung. Der Überlieferung zufolge bekam er einmal während einer Wanderung in den Schweizer Alpen von einer Sennerin eine Art Brei aus Getreide, Milch und Nüssen serviert. Der Arzt, ein Verfechter der Rohkost, verfeinerte in der Folge diesen Getreidebrei mit frisch geriebenen Äpfeln und führte diese „Apfeldiätspeise“ in seinem Sanatorium als vitalstoffreiches und leicht bekömmliches Abendessen für seine Patienten und Patientinnen ein.

„Tatsächlich punktet das Bircher Müsli mit vielen gesundheitsfördernden Nährstoffen“, erläutert Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol. „Zu nennen sind neben anderen die Ballaststoffe (Beta-Glukane) aus den Haferflocken, die sekundären Pflanzenstoffe (Polyphenole) aus den Äpfeln, Vitamin E und wertvolle pflanzliche Fette und Proteine aus den Haselnüssen bzw. Mandeln. Sogar der Zitronensaft hat eine wichtige Funktion: er verhindert das Bräunen der Äpfel und fördert die Aufnahme von Eisen im Darm.“

Laut VZS kann man das Grundrezept abwandeln. Bircher-Benner verwendete Kondensmilch als Zutat, weil Frischmilch zu seiner Zeit noch unpasteurisiert war und die Erreger der Tuberkulose übertragen konnte. Heute stehen anstelle der Kondensmilch pasteurisierte Frischmilch oder – für ein veganes Bircher Müsli – vegane Getreidedrinks zur Verfügung. Die wichtigste Zutat waren für Bircher-Benner aber die geriebenen Äpfel. Er legte Wert darauf, sie im Ganzen zu verarbeiten, also mitsamt der Schale und dem Kerngehäuse. Von diesem Apfel“mus“ wurde die Bezeichnung Müesli, also die Schweizer Verkleinerungsform von Mus, abgeleitet. Zusätzlich oder anstelle der Äpfel kann das Müsli mit anderen frischen saisonalen oder getrockneten Früchten sowie mit Kokosraspeln, gehackten Pistazien u. ä. zubereitet werden, so die VZS.

 

Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

Partner

Vögel im Untergrund

„Aus Sicherheitsgründen mussten einige Namen der mitwirkenden Schauspieler:innen geändert werden“, schreiben die Vereinigten Bühnen Bozen über ihr neues Stück. BARFUSS hat sich angesehen, was dahintersteckt.
0    
 | 
Nein zur Atomkraft

„Lasst das Uran in der Erde“

Anna Rondon von den Dineh wirbt für eine atomkraftfreie Zukunft. Wie schon vor 30 Jahren auf dem World Uranium Hearing in Salzburg.
0    
 | 
Podcast zu Atomenergie

„30 Jahre danach und wieder brennend aktuell“

Der Münchner Journalist und Menschenrechtler Claus Biegert erinnert an das Anti-AKW-Engagement des World Uranium Hearings in Salzburg.
0    
Auszug aus dem Buch von Paul Rösch

Alles Theater oder was?

Paul Rösch war für fünf Jahre Bürgermeister von Meran - als absoluter Politik-Neuling. In einem Buch stellt er sich nun kritischen Fragen. BARFUSS bringt einen Auszug und zwar das Kapitel „Politik und Wahrheit“.
0    

Im Preschtlkostüm

In Alpbach wird jährlich über die Gegenwart und Zukunft diskutiert. Im Rahmen eines Filmworkshops haben Teilnehmende Menschen in und um Alpbach abseits des Europäischen Forums interviewt und ihnen Erinnerungen und Zukunftsvorstellungen entlockt. Herausgekommen ist eine Art Improvisation.
Anzeige
Anzeige