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Stellungnahme zum der Water Light Festival Brixen

Die Vereinigung Südtiroler Biolog*innen, Climate Action South Tyrol und die Umweltgruppe Eisacktal begrüßen die Einsicht der Organisator:innen und Verantwortlichen des Water Light Festivals, aufgrund der negativen ökologischen Nebeneffekte, die Installation „Sounds of the River“ zu verkleinern und von drei Stunden auf eine Stunde zu reduzieren. Die negativen ökologischen Effekte fallen damit zwar geringer aus, sind aber auch so noch vorhanden. Die Stellungnahme wird an dieser Stelle vollinhaltlich veröffentlicht.

Wie bereits in den letzten Tagen von vielen Expert:innen angemerkt wurde, besteht die Störung in erster Linie für Zug- und nachtaktive Vögel, Fledermäuse und Insekten. Diese werden durch die Installation stark in ihrem Verhalten beeinträchtigt. Verschärft wird die Problematik dadurch, dass sich viele dieser Arten momentan in den kritischen Zeiten der Migration bzw. Fortpflanzung und Jungenaufzucht befinden und in vielen Fällen generell in einem gefährdetem Erhaltungszustand sind. Auch der Faktor der Energiekosten drängt sich in Anbetracht des nationalen Erdüberlastungstages, dem Tag, an dem wir die für 2022 nachhaltig verfügbaren Ressourcen der Erde aufgebraucht haben und somit für den Rest des Jahres „auf Kredit leben“, unweigerlich auf. Dieses Jahr fiel der nationale Erdüberlastungstag bereits auf den 15. Mai. Die Forderung, die Installation vorzeitig gänzlich abzuschalten, bleibt somit auch von unserer Seite aufrecht. Uns liegt es fern Künstler:innen, deren Werke oder künstlerische Freiheit einschränken zu wollen, wir sind von der wichtigen Rolle überzeugt, die die Kunst auch hinsichtlich der Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse einnehmen kann. In Zeiten der massiven ökologischen Krise, in der wir uns befinden, müssen die Auswirkung unserer Handlungen jedoch stets auch aus ökologischer Perspektive beleuchtet werden. Falls die Auswirkungen von Projekten, wie im Fall der Installation „Sounds of the River“ (vor allem in seiner Originalfassung) aus ökologischer Sicht derart negativ ausfallen, so müssen diese re-evaluiert bzw. von vornherein gestoppt werden. Umso mehr gilt dies für Projekte, wie eben auch das Water Light Festival, die sich Sensibilisierung zu ökologischen Thematiken als Ziel setzen und damit werben. Die Kluft zwischen der positiven Botschaft und den faktisch negativen Auswirkungen, läuft Gefahr als “Green-Washing”. Hier sind weniger die Künstler:innen, sondern vielmehr das Organisationskomitee, sowie die Gemeinde in die Verantwortung genommen, die in letzter Instanz die Werke auswählen bzw. genehmigen. Wir appellieren somit, dass in Zukunft, vor allem bei Projekten in denen Sensibilisierung zu ökologischen Thematiken im Vordergrund steht, dementsprechende Expertisen eingeholt werden, auch um ähnliche ökologische Fehltritte in Zukunft zu vermeiden. In diesem Zuge legen wir abschließend nahe, das Konzept der Licht- und Wasserspiele zu re-evaluieren und die wichtige Thematik der Lichtverschmutzung in die Planung und Auswahl zukünftiger Werke einzubauen bzw. zu berücksichtigen.

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