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Handelkammer fordert einheitliche Regelungen beim Bahnverkehr innerhalb der EU

Innerhalb der verschiedenen Mitgliedsstaaten gelten unterschiedliche Sicherheits- und Signalsysteme für den Zugverkehr. Das hat Folgen für den Preis, die Reisezeit und ganz allgemein für die Konkurrenzfähigkeit der Schiene.

Züge müssen an nationalen Grenzen halten und Bremstests machen (auch wenn sie bis zur Grenze problemlos gefahren sind), in jedem Mitgliedsland der EU muss der Lockführer der Landessprache mächtig sein und in dieser kommunizieren, auch die technischen Standards variieren von Mitgliedsland zu Mitgliedsland, sodass verschiedene Lokomotiven bzw. Züge technisch oft im grenzüberschreitenden Verkehr nicht eingesetzt werden können. Trotz verschiedener Anstrengungen auf EU-Ebene gibt es heute noch keinen einheitlichen „EU-Führerschein“ für Lokführer, da in verschiedenen Mitgliedsstaaten verschiedene Sicherheits- und Signalsysteme gelten. Auch werden Trassen, also Zeitslots für die Durchfahrt von Zügen, Großteils national vergeben. Das bedeutet, dass z.B. ein Zug von Deutschland nach Italien, die Slots beim deutschen, österreichischen und italienischen Infrastrukturbetreiber beantragen muss.

All das manifestiert sich in der Praxis als Mehrkosten und Zeitaufwand und schlägt sich massiv auf die Konkurrenzfähigkeit der Schiene nieder. Michl Ebner, Vizepräsident von Eurochambres und Präsident der Handelskammer Bozen, betont: „Für die Eisenbahn gibt es heute in der EU immer noch nationale Grenzen! Es muss höchste politische Priorität haben, die regulatorischen Barrieren im grenzüberschreitenden Bahnverkehr abzubauen, damit endlich ein einheitlicher europäischer Eisenbahnmarkt entstehen kann.“

Solange die Schiene mit solch massiven regulatorischen Problemen zu kämpfen hat, kann von konkurrenzfähiger Schiene nicht die Rede sein. Es ist hierbei nicht zielführend ständig nach einer Verteuerung der Straße zu rufen, anstatt konsequent die Abschaffung der regulatorischen Barrieren für die Bahn voranzutreiben.

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